Operationen in der Tierklinik Hochmoor

Operationen finden unter maximalen hygienischen und sterilen Bedingungen statt. Das Operationsfeld wird gründlich geschoren, desinfiziert und anschließend mit sterilen Tüchern großflächig abgedeckt. Das Pferd wird in einer speziellen Ablegebox medikamentös abgelegt und mit dem Kran auf den OP-Tisch gelegt und intubiert, d.h. ein Tubus wird in die Luftröhre eingebracht und beatmet. Für die Operationsüberwachung steht uns modernste Technik zur Verfügung. Während der Aufwachphase wird der Patient ständig überwacht, wenn nötig die Aufwachphase medikamentell verlängert, um ein ruhigeres Aufstehen zu gewährleisten. In besonderen Fällen und bei medizinischer Notwendigkeit leisten wir kontrollierte Aufstehhilfe. Auch nach Standardoperationen ist intensive medizinische Überwachung des Patienten in der Nacht bei uns selbstverständlich. In hellen und ruhigen Stallungen und Boxen, zum Teil mit Paddock-Auslauf, kann sich der Patient rasch erholen.  

 

Arthroskopie als therapeutisches Mittel

Die Arthroskopie ist ein minimal invasives und damit den Patienten nur wenig belastendes Verfahren zur Diagnostik und Therapie einer Vielzahl von Gelenkerkrankungen. Bei dieser „Schlüsselloch-Chirurgie“ wird ein starres Spezialendoskop (Arthroskop) in das Gelenk eingeführt. Unter Sichtkontrolle wird das Gelenk untersucht und wenn nötig behandelt. So können beispielsweise Knochen- bzw. Knorpelteilchen oder knorpelzerstörende Faktoren entfernt werden, oder auch ein aufgefaserter, erkrankter Gelenkknorpel geglättet werden. Der große Vorteil dieser Operationsmethode liegt in ihrer minimal invasiven Natur und in der bildlichen Darstellung von Strukturen innerhalb des Gelenkes (Kreuzbänder, Menisken, Gelenkfläche der Gleichbeine, etc.). Durch die geringe Schnittführung zeigen die Pferde eine geringere Komplikationsrate - wie beispielsweise die Fibrosierung der Gelenkkapsel wie sie nach herkömmlichen invasiven Verfahren häufig diagnostiziert wird - und eine schnellere Rekonvaleszenz.
An der Tierklinik Hochmoor werden routinemäßig verschiedene Arten von diagnostischen und therapeutischen Gelenkchirurgien durchgeführt.

 

Augenchirurgie

Die chirurgischen Vorgehensweisen am Auge sind vielfältig.  Für mikro-chirurgische Eingriffe (Operationen am äußeren und inneren Auge) z.B. bei Tumorerkrankungen, Liderkrankungen, Hornhautverletzungen, Katarakt, Glaukom oder Periodischer Augenentzündung des Pferdes stehen sowohl die bewährten, als auch innovative Verfahren und Spezialgeräte zur Verfügung. So werden bei uns die rekonstruktive und plastische Lidchirurgie, die Tränenkanalplastik und die Katheterisierung durchgeführt. Darüber hinaus bieten wir die Chirurgie des dritten Augenlids (Nickhaut) und alle Operationen der Hornhaut  infolge u.a. chronischer Veränderungen wie Keratektomie, Ulkustherapie, Hornhauttransplantation und fraktionierte Serumtherapie. Weitere häufig durchgeführte Eingriffe sind die Kataraktchirurgie (Grauer Star), Kunstlinsenimplantationen, die Lasertherapie und die Kryotherapie. Die chirurgische Versorgung der Periodischen Augenentzündung (PA, ERU) beim Pferd wird sowohl durch die bewährte Methode der Vitrektomie als auch durch Cyclosporin-Implantate behandelt. - mehr zu "Augenchirurgie" hier

LESETIPP für kleine Patientenbesitzer: das Buch „Gazlo und die graue Wolke „ erschienen im wak Verlag, erklärt in kindgerechter Sprache und anschaulicher Illustration die Vitrektomie beim Pferd - mehr dazu hier

 

Frakturversorgung, Osteosynthese

Ein Knochenbruch - auch Fraktur genannt - ist eine Unterbrechung der Kontinuität eines Knochens unter Bildung von Bruchstücken. Diese Bruchstücke können in normaler (physiologischer) Lage liegen oder verschoben sein. Knochenbrüche werden – je nach Frakturtyp und -konfiguration - mit Ruhigstellung (beispielsweise mittels Fiberglasverband) oder chirurgisch mittels Osteosynthese behandelt. Bei der Osteosynthese werden die Bruchstücke mit Schrauben verschraubt und in ausgewählten Fällen unter Zuhilfenahme von Platten stabilisiert. Frakturen mit Beteiligung eines Gelenkes werden in Kombination mit einer Gelenkspiegelung (Arhroskopie) durchgeführt, um eine optimale Rekonstruktion des Bruches zu gewährleisten. Frakturen im Bereich des Ober- oder Unterkiefers werden meist mittels chirurgischen Drahts stabilisiert.
An der Tierklinik Hochmoor wird - in Kombination mit modernen bildgebenden Verfahren - die Versorgung von Knochenbrüchen beim Fohlen und beim ausgewachsenen Pferd durchgeführt.

 

Darmoperationen 

Trotz verschiedenster konservativen Maßnahmen ist ein chirurgisches Eingreifen bei einer Kolik in einigen Fällen unumgänglich. Bei Kolikoperationen werden verlagerte Darmanteile in die richtige Lage zurückversetzt oder im Falle schwerer Schädigungen auch Darmanteile entfernt. Auch Operationen, bei denen größere Menge von Sand oder anderen Fremdkörpern aus dem Dickdarm entfernt werden müssen, sind häufig notwendig. Nach der Operation erhalten die Kolikpatienten in der Regel einen aufwändigen Bauchverband und verbleiben je nach Heilungsverlauf noch einige Zeit in der Klinik (8 bis 14 Tage), um optimal versorgt zu werden. Für die erste Zeit im Heimatstall geben unsere Tierärzte Empfehlungen zur Bewegung und Fütterung. In aller Regel kann nach 8 bis 12 Wochen wieder mit normaler Arbeit und unkontrolliertem Weidegang begonnen werden.

 

Laparoskopische Eingriffe (Ovariektomie, Kryptorchide) ohne Vollnarkose am stehenden Pferd unter Anwendung der Fusionstechnik LigaSure™

Stuten mit Eierstocktumoren bzw. Stuten, die aufgrund von Rittigkeitsproblemen kastriert werden sollten, können in der Tierklinik Hochmoor unter Anwendung der modernen Fusionstechnik LigaSure™ operiert werden. Auch Eingriffe an Klopphengsten (Kryptorchiden), bei denen der Hoden weit oben in der Bauchhöhle liegt, können dank dieser schonenden Methode effizient durchgeführt werden. Die Fusionstechnik ermöglicht es, Gewebe zu schneiden und Blutgefäße ohne den Einsatz von Fremdmaterial wie Fäden oder Klammern mittels Fusionstechnik zu verschweißen. Das Risiko von Komplikationen wie Nachblutungen oder Verklebungen wird durch dieses Verfahren deutlich gesenkt. Ein weiterer großer Vorteil dieser Methode ist, dass die Operation am stehenden Pferd durchgeführt werden kann und somit keine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) notwendig ist. 
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Laserchirurgie

Wir verfügen über einen Gigaa Optronix Laser. Wir nutzen dieses chirurgische Lasergerät zur Entfernung von Tumoren und Geschwülsten, zur Unterstützung der Wundheilung bei schlecht heilenden oder großflächigen Wunden, nach Verletzungen, bei endoskopischen Eingriffen im Bereichen der oberen Atemwege und zur Wunddesinfektion mittels Methylenblau.

 

Sarkoidchirurgie

Das equine Sarkoid ist der am häufigsten vorkommende Hauttumor bei Pferden. Wir bieten verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Sarkoidbehandlung  an. Die Basis unseres therapeutischen Vorgehens ist weiterhin die umfangreiche und komplette chirurgische Entfernung des Sakoids. In Fällen, in denen aufgrund der Lokalisation des tumöroses Gewebes eine chirurgische Entfernung nicht möglich ist, nutzen wir zur Behandlung auch spezielle Medikamente und injizieren diese in die betroffenen Bereiche. 

 

Wundversorgung

Verletzungen verschiedenster Art werden in unserer Klinik auch im Notdienst behandelt und je nach Schwere der Verletzung konservativ und operativ behandelt, sodass eine optimale Wundheilung gewährleistet wird. Viele Verletzungen an den unteren Gliedmaßen lassen sich am stehenden tief sedierten Patienten chirurgisch versorgen. Man erspart dadurch dem verletzten Tier die Vollnarkose und vermeidet zu große Zugkräfte auf der Wunde beim Aufstehen des Pferdes. Durch Verwendung spezieller Nahttechniken und Einnähen von Wunddrainagen wird eine schnellere und ästhetisch bessere Wundheilung erreicht.