Lahmheiten der Vordergliedmaße beim Pferd

31 Tierärzte/-innen aus dem In- und Ausland nahmen am Seminar „Lahmheiten der Vordergliedmaße beim Pferd“ am 13.-14.09.2013 in der Tierklinik Hochmoor teil.

Das Referententeam mit Carolin Gerdes (Rossdale Diagnostic Center, Newmarket, UK),  Dr. Florian Geburek, Dipl. ECVS,(Stiftung Tierärztliche Hochschule, Hannover), David Lichtenberg (Tierklinik Hochmoor) und Prof. Dr. Astrid Rijkenhuizen, Dipl. ECVS (Tierklinik Hochmoor) vermittelte sowohl „alten Hasen“ als auch jüngeren Tierärzte bewährtes Wissen und neue Erkenntnisse aus Forschung und Klinik zur Diagnostik und Therapie der Lahmheiten beim Pferd. Sowohl Universitätswissen als auch praktische Erfahrung trafen aufeinander und ermöglichten erkenntnisreiche Diskussionen.

Es wurden Vorträge über die Bildgebung der Manica flexoria gezeigt. Die praktische Demonstration am Pferd zu diesem Thema wurde mit großem Interesse verfolgt.

Die Punktion der Fesselbeugesehnenscheide und die Darstellung mittels Kontraströntgen war für einige erfahrenere Praktiker noch neu und gab Anregungen für die Diagnostik bestimmter Lahmheiten. Die praktischen Übungen an toten aber sehr gut vorbereiteten Pferdebeinen am Freitag kamen so gut an, dass länger geübt und präpariert wurde, als es der Zeitplan ursprünglich vorgesehen hatte. Die Teilnehmer übten diagnostische Anästhesien wie Gelenksanästhesien und Leitungsanästhesien unter Anleitung der Referenten und Instruktoren. Anschließend wurden noch anatomische Strukturen präpariert und so die Lage der einzelnen Strukturen zueinander verdeutlicht.


Am Samstag entwickelte sich eine besonders interessante Diskussion zur Erstversorgung von Frakturpatienten durch den Tierarzt. Diskutiert wurde, wie schnell eine Entscheidungen im Hinblick auf eine Behandlung sowohl chirurgisch als auch konservativ, oder auch die Entscheidung zur Euthanasie getroffen werden muss, wenn eine Fraktur diagnostiziert worden ist.

Dr. Florian Geburek war der Meinung, dass man bei fachgerechtererstversorgung durchaus Zeit habe, sich mit Kollegen zu beraten, Bilder zur Zweitbegutachtung an Chirurgen zu versenden und auch dem Besitzer Zeit zu geben sich an die Situation zu gewöhnen. Der Einwand praktizierenden Tierärzte, dass ein frakturlahmes Pferd in jedem Fall ein akuter Notfall sei, der Vorrang habe und bei dem schnell gehandelt werden müsse, wurde so entkräftet.

Am Ende des Seminars war die Resonanz der allermeisten Teilnehmer durchweg positiv. Ein Teilnehmer fasste zusammen: „Ein sehr praxisorientiertes Seminar, aus dem ich viele Denkanstöße mitnehmen werde.“

Wir bedanken uns recht herzlich bei MSD Intervet, die dieses Seminar mit ihrem Sponsoring unterstützt hat sowie bei der Firma Esaote Deutschland, die die Ultraschallgeräte für die die praktischen Übungen zur Verfügung gestellt hat.