Informationen zur Szintigraphie
Die meisten krankhaften Prozesse am Knochen (z.B. entzündliche oder degenerative Gelenkerkrankungen, Frakturen, Fissuren) führen zu einem stark gesteigerten Knochenstoffwechsel. Seltener kann der Stoffwechsel durch krankhafte Veränderungen auch herabgesetzt sein. Mit Hilfe der szintigraphischen Untersuchung ist es möglich, den Knochenstoffwechsel darzustellen und Abweichungen vom Normalzustand zu erkennen, bevor sie zu Änderungen der Knochenstruktur geführt haben und dadurch im Röntgenbild sichtbar sind. Andererseits ist durch die Szintigraphie erkennbar, welche röntgenologischen Veränderungen momentan "aktiv" sind und Schmerzen verursachen.
Für die Untersuchung wird Ihrem Pferd eine radioaktiv markierte Substanz intravenös gespritzt. Über das Blut wird der Stoff (Technetium) im Körper verteilt und selektiv in das Knochengewebe eingebaut. Im Zuge der, auch im gesunden Gewebe ständig ablaufenden Umbauprozesse, wird der radioaktive Stoff nach einer gewissen Zeit wieder aus dem Knochen gelöst und über den Urin ausgeschieden. Die Untersuchung beginnt etwa zwei Stunden nach der Injektion der radioaktiven Substanz, da zu diesem Zeitpunkt die Anreicherung im Knochengewebe abgeschlossen ist und sich kein freies Technetium mehr im Blut und Weichteilgewebe befindet.
Die von dem Technetium abgegebene Strahlung wird mit Hilfe einer Gammakamera aufgenommen und auf einem Computermonitor als Bild dargestellt. Erkrankte Bereiche mit gesteigertem Knochenstoffwechsel (seltener vermindertem) führen zu einer vermehrten (oder verringerten) Anreicherung der radioaktiven Substanz und sind deutlich von gesunden Gebieten zu unterscheiden.
Da durch die Szintigraphie zwar Abweichungen des Knochenstoffwechsels sehr genau erfasst werden können, eine exakte Darstellung der anatomischen Strukturen aber nicht möglich ist, wird die szintigraphische Untersuchung in der Regel durch die Anfertigung von Röntgenbildern ergänzt.
Wir führen die Szintigraphie in der Regel am stehenden, gut sedierten Pferd durch. In Ausnahmefällen, bei sehr unruhigen oder ängstlichen Pferden, sowie bei Pferden, die für eine Rückenszintigraphie im Stehen zu groß sind, muss die Untersuchung in Vollnarkose erfolgen. Über das Verfahren und die Risiken einer Narkose werden Sie von den behandelnden Tierärzten ausführlich persönlich aufgeklärt.
Obwohl die Menge der vom Pferd ausgehenden radioaktiven Strahlung als relativ gering einzustufen ist, sind wir aus Gründen des Strahlenschutzes verpflichtet, Ihr Pferd nach der szintigraphischen Untersuchung noch zwei Tage in der Klinik zu halten. Nach dieser Zeit ist das Technetium weitestgehend aus dem Körper ausgeschieden, Sie können Ihr Pferd dann wieder ohne Bedenken nach Hause holen.
Für weitere Fragen und detailliertere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihr Team der Tierklinik Hochmoor


